Der vorliegende Sammelband umfasst acht Beiträge, die aus einer Tagung zu Hegels Naturphilosophie hervorgegangen sind. Wie schon der Titel andeutet, steht der Übergang von Hegels Logik in die Naturphilosophie im Zentrum. Wolfgang Neuser thematisiert das Verhältnis von Logik und Natur unter dem Leitbegriff des Naturgesetzes, dessen Genesis in der Phänomenologie des Geistes er herausarbeitet. Auch Klaus J. Schmidts Untersuchung ist sehr breit angelegt; er versucht, kategoriale Entsprechungen von Logik und Naturphilosophie aufzuweisen, wobei aber etwa die absolute Mechanik bereits der Begriffslogik entspreche. Von besonderer Tragweite scheint mir der Beitrag von Olaf Breidbach zu sein: B. weist sehr profund jedwede Selbstverortung des Logischen in einem Realen und letztlich theologischen Absoluten zurück. Das „Naturale“ wird zwar für das „sich ins Sein findende Denken thematisch, aber dies nur insoweit, als es aus dem Denken heraus thematisierbar ist“ (78). Doch ist das Naturale, das, will man Hegel gerecht werden, in der Tat nicht als eine bestehende Voraussetzung einer Logik gefasst werden kann, auch nicht in Gestalt einer „Lebenswelt“, hierin von sich her an das Denken übergegangen, oder erklärt sich (wie Breidbachs abschließende Überlegungen unter dem Titel „Interne Repräsentation“ dies nahelegen) die Prozessualität des Denkens am Ende selbst zu einer Art ,Substanz’? – Bernd Braßel zufolge kann es keinen Übergang von der absoluten Idee in die Naturphilosophie geben, weil dann entweder die Logik nicht vollendet wäre oder aber die Realphilosophie nichts Neues mehr erbrächte, was nicht schon in der Logik vollständig expliziert worden wäre. Die Realphilosophie sei daher als mit der Logik stets schon mitgängig zu denken. – Sieht man (was bei Braßel allerdings gar nicht in Betracht kommt) in der Entäußerung der logischen Idee so etwas wie das Anerkennen des immer schon Realgewesenseins des Logischen (und zwar, um nicht Breidbachs Verdikt zu verfallen, als eines Gewesenseins!), so kann man diesem Vorschlag einiges abgewinnen. Dieter Wandschneider regt an, das Verhältnis von Logik und Naturphilosophie als ,Aufstieg’ versus ,Abstieg’ zu denken, womit die Frage nach einer möglichen Unvollkommenheit der absoluten Idee entschärft ist. Besonders lesenswert scheinen mir seine sehr eigenständigen Interpretationsansätze zu den ersten naturphilosophischen Kategorien (113-118). Der Beitrag Cinzia Ferrinis (in englischer Sprache) thematisiert die Frage nach dem Verhältnis von spekulativer Naturerkenntnis und Naturwissenschaft. F. arbeitet aus profunder Quellenkenntnis heraus, daß beide auf Empirie bezogen sind, nur mit dem Unterschied, dass diese für eine Naturphilosophie weder den Ausgangsort noch eine letzte Beglaubigung darstellen kann. Die letzten beiden Beiträge gehen der Frage nach, inwieweit der Begriff des Lebens mit Recht in eine Logik gehört: Pirmin Stekeler-Weithofer weist auf, dass eine philosophische Logik, deren klassisches Thema das Erkennen der Wahrheit sei, das Leben, das er in einem sehr weiten Sinn als Lebenspraxis versteht, die allem begrifflichen Wissen vorausgesetzt ist, mitthematisieren müsse und nicht nur eine „Bereichslogik der Mathematik“ (164) sein kann. Annette Sell zufolge, deren Beitrag näher am Hegelschen Text entlanggeht, hat das Leben aufgrund seiner Bestimmung als der unmittelbaren Idee seinen Ort in der Logik. Es unterscheidet sich vom natürlichen Leben darin, dass dieses seine Äußerlichkeit überwindet, „wohingegen in der Logik das Leben das einfache Insichsein ist, das ... seine Äußerlichkeit erreicht hat“ (192). Auch ihr zufolge durchwaltet der Lebensbegriff die gesamte Hegelsche Logik, weil diese den Widerspruch thematisiert und nur „was den Widerspruch in sich enthält, ... lebendig“ ist (203).

Wilfried Grießer (Université de Vienne) (trad. G.M.)

Le recueil comporte huit contributions issues d’une journée d’étude consacrée à la philosophie de la nature de Hegel. Comme l’indique le titre, le passage de la logique à la philosophie de la nature constitue la problématique centrale. Wolfgang Neuser thématise le rapport de la logique à la nature en suivant le fil conducteur de la loi de la nature, dont il dégage la genèse dans la Phénoménologie de l’esprit. L’étude de Klaus J. Schmidt a une visée non moins large : il met en évidence les correspondances catégoriales entre la logique et la philosophie de la nature, et notamment la correspondance entre la mécanique absolue et la logique du concept. Olaf Breidbach récuse tout fourvoiement de la logique dans le réel : le naturel se révèle certes « thématique pour la pensée se retrouvant dans l’être, mais seulement dans la mesure où il est thématisable à partir de la pensée » (78). Selon Bernd Braßel, il ne peut y avoir de passage de l’idée absolue à la philosophie de la nature car, ou bien la logique, alors, ne serait pas complète, ou bien la nature ne comporterait aucune donnée nouvelle ; en revanche, cette dernière est constamment coextensive à la logique. Dieter Wandschneider suggère de penser le rapport de la logique et de la nature soit comme élévation soit comme dégradation, ce qui aiguise la question d’une incomplétude de l’idée absolue. On recommandera particulièrement ses propositions d’interprétation des premières catégories « naturphilosophiques » (113-118). Cinzia Ferrini thématise le rapport de la connaissance spéculative de la nature et de la scien-ce de la nature : l’une et l’autre sont orientées vers l’empirie mais celle-ci ne peut constituer ni l’achèvement ni la garantie ultime de la philosophie de la nature. Les deux dernières contributions développent la question de savoir de quel droit la vie appartient à la logique. Pirmin Stekeler-Weithofer met en évidence qu’une logique philosophique doit nécessairement thématiser la vie au sens d’une praxis vitale présupposée ; selon Annette Sell, le concept de vie fait vaciller la logique hégélienne tout entière, car celle-ci thématise la contradiction, alors même que « seul ce qui est contradictoire est vivant » (203).

Wilfried Grießer (Université de Vienne) (trad. G.M.)